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Energiepolitiker übt harsche Kritik an Netzausbauplanungen

Für den energiepolitischen Sprecher der Linksfraktion, Steffen Harzer, ist der heutige Tag der Inbetriebnahme der 380 kV-Trasse durch Thüringen ein verheerender Tag, der für eine völlig verfehlte Energie- und Netzpolitik steht. „Und es werden bereits wieder Trassen durch Thüringen geplant, wieder mit der gleichen Begründung, dass angeblich Windstrom vom Norden in den Süden zu transportieren sei. Dabei war diese Begründung schon für die heute eingeweihte Trasse falsch.“

 

Der Landtagsabgeordnete weiter: „Nicht nur dass durch die 380 kV-Trasse hauptsächlich Braunkohlestrom aus den mitteldeutschen Braunkohlerevieren transportiert wird, es soll mit dem sogenannten Südlink u.a. Strom aus Steinkohlekraftwerken an der Nordsee in den Süden geleitet und die dortige Fehlplanung in der Energieerzeugung in unserer Landschaft zementiert werden“.“ Es grenze an einen Skandal, dass die bereits im vorangegangenen Planungs- und Genehmigungsverfahren vorgebrachten Anregungen, Hinweise und Kritiken „auch heute wieder nicht beachtet und einfach beiseite geschoben werden“.

 

Den Abgeordneten des Bundestages komme dabei eine besondere Verantwortung zu, so Harzer, da sie die entsprechenden gesetzlichen Regelungen zum Bau des Süd- und Südostlinks durch Thüringen geschaffen haben. Er hätte erwartet, dass sich diese Politiker ihrer Verantwortung für die Region stellen und eine andere Energiepolitik vorantreiben: Eine die Strom bezahlbar lässt und die eine Zerstörung der Natur durch die unnötigen Trassen verhindert. 

 

„Wer sehen will, wie sich das angebliche Bündelungsgebot mit anderen Infrastrukturmaßnahmen auswirkt, der braucht nur mal auf den Rennsteig zu fahren und sich die sogenannte Thüringer Strombrücke anschauen“, sagt Harzer und betont. „Ähnliches droht nun dem Werratal und der Rhön, daher brauchen wir eine Politikwechsel im Bundestag, der diesem Wahnsinn ein Ende bereitet und eine Energiepolitik vorantreibt, die regional, dezentral und erneuerbar funktioniert, die die Bürger, Kommunen und Stadtwerke aktiv und wertschöpfend mit einbezieht.“

Redaktion

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