LandesPressePortal - Aktuelle Politik Nachrichten

Tarifabschluss mit Signalwirkung

Nach der Einigung von IG Metall und dem Thüringer Arbeitgeberverband Metall- und Elektroindustrie, den Pilotabschluss der IG Metall aus Baden-Württemberg auch für Thüringen zu übernehmen, erklärt Rainer Kräuter, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: „Der Tarifabschluss ist ein guter Kompromiss zwischen den Verhandlungspartnern. Natürlich konnte nicht erwartet werden, dass die Gewerkschaften ihre berechtigten Forderungen eins zu eins umsetzen können. Mit dem Abschluss ist aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gelungen.“

 

Mit dem Tarifabschluss wurden unter anderem eine Lohnsteigerung ab 1. April dieses Jahres um 4,3 Prozent, eine Einmalzahlung von 100 Euro für die ersten drei Monate des Jahres, ab 2019 ein Festbetrag von 400 Euro und ein tarifliches Zusatzgeld von 27,5 Prozent eines Monatseinkommens vereinbart. „Die prozentuale Tarifsteigerung muss natürlich auch im Kontext der langen Vertragslaufzeit von 27 Monaten betrachtet werden. Die Gewerkschaft hat somit die mögliche Inflationsrate der nächsten Jahre für die Beschäftigten kompensiert und mit dem Zusatzgeld ein deutliches Plus erstritten“, analysiert der Gewerkschaftspolitiker.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt des Abschlusses ist die Öffnung der sogenannten ‚verkürzten Vollzeit‘ für die Beschäftigten. Diese können befristet auf zwei Jahre ihre Arbeitszeit auf 28 Stunden verkürzen. Rainer Kräuter: „Die IG Metall hat damit ein zukunftsfähiges Arbeitszeitmodell umgesetzt. Das ist ein wichtiges Signal, um eine grundsätzliche und gesamtgesellschaftliche Debatte über neue Arbeitszeiten, über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einzuleiten. Dass dabei auch den Arbeitgebern die Möglichkeit gegeben wurde, mehr Beschäftigte über 40 Stunden Wochenarbeitszeit zu beschäftigen und somit das Ende der 35-Stunden-Woche eingeläutet wird, hinterlässt einen etwas schalen Geschmack. Aber bei solchen Verhandlungen sind eben auch Kompromisse zu machen.“

 

Abschließend äußert sich der Abgeordnete zu den Spezifikationen im Gebiet „Ost“ und den vereinbarten Ergebnissen: „Warum 28 Jahre nach der Wende immer noch über unterschiedliche Arbeitsbedingungen und Löhne in Ost und West gesprochen wird, kann wohl niemand mehr vernünftig erklären. Ich bin der IG Metall in Thüringen daher dankbar, dass sie sich auch in Zukunft mit dem Arbeitgeberverband an einen Tisch setzen wird, um über die Angleichung der Arbeitsbedingungen zwischen Ost und West zu verhandeln.“

Redaktion

Das LandesPressePortal (LPP) ist ein unabhängiges Presseportal für Parteien, Fraktionen und Ministerien in der Bundesrepublik Deutschland.

Um Presse-Meldungen auf dem LandesPressePortal zu veröffentlichen, senden Sie diese per Email (ggf. als Word-Dokument -Bitte kein PDF- und eventuell einem Bild im JPEG-Format mit mind. 1000 x 600 Pixel) an redaktion@landespresseportal.de. Grundsätzlich ist die Veröffentlichung von Presse-Meldungen auf dem LPP kostenlos. Die Redaktion bzw. der Seiteninhaber distanziert sich öffentlich und rechtlich von allen veröffentlichten Video- & Presse-Meldungen und den Ton-, Bild- & Logo-Rechten. Es spiegelt nicht die Meinung der Redaktion bzw. der Seitenbetreiber.

 

 

Weitere Videos der Redaktion

Ähnliche Artikel

Copyright © Landespresseportal.de. Alle Rechte vorbehalten.

Top Desktop version